
»Da
der Herr sich nicht in Person offenbaren kann
… und doch
vorausgesagt hat, dass er kommen und eine neue Kirche, nämlich
das neue Jerusalem gründen werde, so folgt, dass er das durch
einen Menschen bewirken wird, der die Lehren dieser Kirche nicht nur
mit dem Verstand auffassen, sondern auch in Schriften bekannt machen
kann. In der Kraft der
Wahrheit bezeuge ich, dass der Herr sich mir,
seinem Diener, geoffenbart und mich zu diesem Dienst ausgesandt hat,
dass er danach das Gesicht meines Geistes öffnete, mich so in
die geistige Welt einliess, mir gestattete, die Himmel und
Höllen zu sehen und auch mit Engeln und Geistern zu reden, und
zwar unausgesetzt schon viele Jahre hindurch. Ebenso bezeuge ich, dass
ich vom ersten Tag jener Berufung an gar nichts, was die Lehren jener
Kirche betrifft, von irgendeinem Engel empfangen habe, sondern vom
Herrn allein, während ich das Wort las.«
Wahre Christliche Religion, Nr. 779
»Ich weiß wohl, dass viele sagen werden, niemand könne mit Geistern und Engeln reden, solange er noch im Leibe lebt; viele werden auch sagen, es seien Einbildungen; oder ich habe derlei Dinge berichtet, um Glauben zu erheischen; usw. Aber das alles bekümmert mich nicht, denn ich habe gesehen, gehört und gefühlt.« Himmlische Geheimnisse, Nr. 68
»Der Unglaube der Welt hat Gott bewegt, einen berühmten Philosophum zu einem Verkündiger himmlischer Nachrichten zu machen. Dieser Philosoph hat seiner Imagination durch die Mathematik Einhalt gethan. Man sage demnach nicht, dass es blose Einbildungen seyen. Standhaffte Erfahrungen sind keine Einbildungen.« In der Vorrede zu »Swedenborgs und anderer Irrdische und Himmlische Philosophie« 1765
»Es lebt zu Stockholm ein gewisser Herr Schwedenberg, ohne Amt oder Bedienung, von seinem ziemlich ansehnlichen Vermögen. Seine ganze Beschäftigung besteht darin, daß er, wie er selbst sagt, schon seit mehr als zwanzig Jahren mit Geistern und abgeschiedenen Seelen im genauesten Umgange stehet, von ihnen Nachrichten aus der andern Welt einholet und ihnen dagegen welche aus der gegenwärtigen erteilt, große Bände über seine Entdeckungen abfaßt und bisweilen nach London reiset, um die Ausgabe derselben zu besorgen. Er ist eben nicht zurückhaltend mit seinen Geheimnissen, spricht mit jedermann frei davon, scheint vollkommen von dem, was er vorgibt, überredet zu sein, ohne einigen Anschein eines angelegten Betruges oder Charlatanerie. So wie er, wenn man ihm selbst glauben darf, der Erzgeisterseher unter allen Geistersehern ist, so ist er auch sicherlich der Erzphantast unter allen Phantasten, man mag ihn nun aus der Beschreibung derer, welche ihn kennen, oder aus seinen Schriften beurteilen … Das große Werk dieses Schriftstellers enthält acht Quartbände voll Unsinn, welche er unter dem Titel: Arcana caelestia, der Welt als eine neue Offenbarung vorlegt …« Träume eines Geistersehers, 1766
»Dazu wünschen wir ihm (Lavater) innige Gemeinschaft mit dem gewürdigten Seher unserer Zeiten, rings um den die Freude des Himmels war, zu dem Geister durch alle Sinnen und Glieder sprachen, in dessen Busen die Engel wohnten …« 1773 in den »Frankfurter Anzeigen« am Schluss der Rezension von Lavaters »Aussichten in die Ewigkeit«
»Jetzt erst erkenn ich,
was der Weise spricht:
Die Geisterwelt ist nicht
verschlossen,
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot,
Auf, bade, Schüler, unverdrossen
Die ird’sche Brust im Morgenrot«. J. W. von Goethe im Faust
»Der Swedenborgianismus, der im christlichen Sinn nichts ist als eine Wiederholung alter Ideen, ist meine Religion.« Brief von Honoré de Balzac an Madame Hanska vom 8. Juni 1837
»Denn wenn auch die Religionen unendlich viele Formen haben, so haben sich doch weder ihre Bedeutungen noch ihre metaphysischen Konstruktionen jemals geändert. Schliesslich hat der Mensch immer nur eine einzige Religion gehabt … Swedenborg nimmt auf, was Magie, Brahmanismus, Buddhismus und christliche Mystik, diesen vier grossen Religionen gemein, was an ihnen echt und göttlich ist und gibt ihren Lehren sozusagen mathematische Begründungen.« Louis Lambert
»Swedenborg ist eine grundehrliche Haut, und glaubwürdig sind seine Berichte über die andere Welt … Der grosse skandinavische Seher begriff die Einheit und Unteilbarkeit unserer Existenz, so wie er auch die unveräusserlichen Individualitätsrechte des Menschen ganz richtig erkannte und anerkannte. Die Fortdauer nach dem Tode ist bei ihm kein idealer Mummenschanz, wo wir neue Jacken und einen neuen Menschen anziehen; Mensch und Kostüm bleiben bei ihm unverändert.« Im Nachwort zum "Romanzero"
»Swedenborg ist wahr und gut, solches kannst du glauben. - Aber solches glaube auch: Die Liebe ist über alles erhaben und heilig! Wer demnach diese hat, der hat alles; denn er hat wahrhaft Mich Selbst. Und siehe, das ist mehr denn alle Propheten, alle Apostel samt Petrus, Paulus und Johannes und so auch mehr denn Swedenborg!« Himmelsgaben II, 14. März 1842, Nr. 21
»Swedenborgs Werk ist unermesslich umfassend, und er hat mir auf alle meine Fragen geantwortet, wie drängend sie auch gewesen sein mögen. Unruhevolle Seele, leidendes Herz, nimm und lies!« Zitiert nach »Offene Tore« 1969, Seite 62
»Meine ganze Lehre gründet sich auf Hahnemann und Swedenborg; ihre Lehren entsprechen sich vollkommen.« Zitiert nach Emiel van Galen »Zeitschrift für Klassische Homöopathie« 39 (1995) 1 Seite 27
»Swedenborg war ein grosser Mann, ein Philosoph, Wissenschafter und vor allem ein Seher klarer Gesichte. Ich spreche oft mit ihm in meinen Visionen. Er nimmt in der geistigen Welt eine hohe Stellung ein. Er ist ein herrlicher Mann, aber bescheiden und immer bereit zu dienen. Auch ich sehe wunderbare Dinge in der geistigen Welt, kann sie aber nicht mit der Genauigkeit und Gewandtheit beschreiben wie Swedenborg. Er ist eine hochbegabte und wohlgeschulte Seele. Nachdem ich seine Bücher gelesen habe und mit ihm in der geistigen Welt in persönliche Beziehung gekommen bin, kann ich ihn unbedingt als einen grossen Seher empfehlen.« Zitiert nach "Offene Tore" 1983 Seite 195
»Ich lese jetzt Swedenborg. Mir vergeht der Atem dabei. Das ist unerhört. Ich habe Kolossales erwartet, aber es ist noch mehr.« Brief von Anton von Webern an Arnold Schönberg vom 30. Oktober 1913
»Ich bewundere Swedenborg als einen grossen Wissenschafter und als grossen Mystiker zugleich. Sein Leben und sein Werk sind für mich immer von grossem Interesse gewesen, und ich habe etwa sieben dicke Bände seiner Schriften gelesen, als ich Medizinstudent war.« Die Neue Kirche: Monatblätter für fortschrittliches religiöses Denken und Leben, September 1947, Seite 86
»Theologisch Revolutionär, ein Reisender im Himmel und in der Hölle, ein Meister der geistigen Welt, ein König des geheimnisvollen Reiches, ein Hellseher, einzigartig in der Geschichte, ein Gelehrter von unvergleichlicher Geisteskraft, ein Wissenschaftler mit scharfem Verstand, ein Gentleman ohne weltliches Gehabe: all das zusammen ist Swedenborg. In Japan ist nun das religiöse Denken in unseren Tagen in einen Zustand der Krise geraten. Diejenigen, die ihren Geist kultivieren wollen, die diese Zeiten beklagen, müssen von dieser Person unbedingt etwas wissen.« Vorwort zu Suedenborugu, in: Swedenborg: Buddha of the North, 1996, Seite 3
Henry Corbin berichtet von einem Treffen mit D. T. Suzuki im Sommer 1954. Bei dieser Gelegenheit soll der Zen-Meister gesagt haben: Swedenborg war »euer Buddha des Nordens« Swedenborg: Buddha of the North, 1996, Seite XV
»Swedenborgs Botschaft hat mir so viel bedeutet. Sie hat meinem Denken über das zukünftige Leben Farbe und Wirklichkeit und Einheit verliehen. Sie hat meine Begriffe von Liebe, Wahrheit und nützlichem Tun emporgehoben. Sie ist mir der stärkste Antrieb gewesen, meine Beschränkungen zu überwinden.« Light in my Darkness, 2000, Seite 144
»Er war ein Sehender unter Blinden, ein Hörender unter Tauben, die Stimme eines Rufenden in der Wüste mit einer Sprache, die niemand verstand.« Licht in mein Dunkel, 1997, Seite 20
»Swedenborg war ein echter Visionär von einem charismatischen Typus, der sich durch die ganze Geschichte der christlichen Propheten und Visionäre vom Verfasser der Johannesapokalypse über Hermas und die mittelalterlichen Visionäre wie Joachim de Fiore bis ins 17. und 18. Jahrhundert verfolgen lässt. Wollte man seine Offenbarungen als Wahnsinn ablehnen, weil sie sich auf Visionen berufen, so müsste man gleichermassen alle christlichen Visionäre einschliesslich des Autors der Johannes-Offenbarungen als Wahnsinn ablehnen.« Emanuel Swedenborg: Naturforscher und Seher, 1969, Seite 535
»Ich hoffe, dass ich eines Tages eine lange vergleichende Studie über die spirituelle Auslegung der Bibel und des Korans vollenden kann. Aber ach, in unseren Tagen hat das historische Bewusstsein ein solches Gewicht, dass es etwas vom schwierigsten sein wird, das verständlich zu machen … und Ihnen im Vertrauen gesagt, es ist unser lieber Swedenborg, der mich auf diese Dinge aufmerksam gemacht hat.« Henry Corbin in: Offene Tore, 1994, Seite 34
»In Swedenborg sehe ich einen der ganz Grossen in der europäischen Geistesgeschichte der letzten 300 Jahre. Ich halte es für eine Tragödie, dass er vom offiziellen Kirchentum abgewiesen wurde. Er ist bahnbrechend und ungemein befruchtend für den christlichen Glauben und gibt ihm gerade heute in der modernen Welt eine Fülle von Wegweisungen und Anregungen.« Brief von Kurt Hutten vom 29. September 1975
»Man muß den schwedischen Naturforscher und Seher Emanuel Swedenborg … geradezu einen Fürsten unter den Jenseitskundigen der nachreformatorischen Zeit nennen. Denn durch die ungeheure Menge seiner Gesichte, wie durch die Tiefe und Originalität derselben ragt er weit über alle andern durch Visionen ausgezeichneten Persönlichkeiten der letzten vierhundert Jahre hervor.« Die Seelenreise, 1952, Seite 152
»In der Geschichte der Rebellion des Menschen gegen Gott und gegen die Ordnung der Natur ragt Swedenborg als ein Heiler hervor, der die Siegel der heiligen Bücher brechen und so die Rebellion überflüssig machen wollte.« James F. Lawrence, Testimony to the Invisible, 1995, Seite 46
»Swedenborgs Ruf als Mystiker, dessen Unterredungen im Himmel dem Skeptiker Kant reichlich Gelegenheit zum Spott lieferten und Essayisten wie Emerson zu philosophischer Spekulation anregten, wird seiner Bedeutung für die Geschichte des christlichen Himmels nicht gerecht. Allzuleicht wird der Anteil übersehen, den Swedenborg an der Entstehung der anthropozentrischen Himmelsvorstellung hatte, die im 19. Jahrhundert ihre Blütezeit erleben sollte und die noch heute verbreitet ist.« Bernhard Lang, Colleen McDannell, Der Himmel: Eine Kulturgeschichte des ewigen Lebens, 1990, Seite 248
»Die Urteile über Emanuel Swedenborg gehen
weit auseinander. Denn die weltanschaulichen Vorurteile unserer Zeit
hindern viele Gelehrte und das große Heer der Gedankenlosen
daran, Swedenborgs Bedeutung wahrzunehmen. Wer dennoch durch die Wand
des Schweigens, der Fehlurteile und Verleumdungen gekommen ist, findet
einen
Wanderer zwischen den Welten,
der wie kein Zweiter in die Tiefen des
Geistes vorgedrungen ist.«