
Ich
wurde 1959 in Berlin geboren. Meine Kindheit fiel sonach in die
scheinbar wohlbehütete Zeit des deutschen Wirtschaftswunders.
1966
wurde ich in die Helmuth-James-von-Moltke-Schule eingeschult. Als das
Ende dieser Kindheit erlebte ich den frühen Tod meines Vaters
Ernst Noack (geb. 1917) im Jahr 1970. Er war der Sohn des
Widerstandskämpfers Kurt Noack (geb. 1884) und wurde in dessen
Schicksal hineingezogen (siehe Pdf-Dokument). Als mein Vater 1956 aus
seiner politischen Haft in Bautzen entlassen wurde, begann meine
Geschichte.
Ab 1972 verbrachte ich meine Schulzeit im Heinrich-von-Kleist-Gymnasium. Das entscheidende Ereignis dieser Zeit war die Begegnung mit den Schriften Jakob Lorbers (1800-1864) und Emanuel Swedenborgs (1688-1772) im Frühjahr 1977. Die geistige Welt dieser neuen Offenbarungen war fortan meine Heimat.
1977 begann ich meine Lehre als Bäcker und bot einige Zeit lang als »Biobäcker« Vollkornbackkurse an. Außerdem engagierte ich mich von 1979 bis ca. 1981 im Evangelischen Johannesstift Berlin-Spandau als ehrenamtlicher Helfer. Bestimmend für mein weiteres Leben wurde jedoch meine Mitwirkung an den Veranstaltungen in den Räumen der Neuen Kirche in Berlin an der Fontanestraße 17a (dem heutigen Swedenborg Zentrum Berlin). Seit 1982 hielt ich dort Vorträge. Noch heute besuche ich von Zürich aus regelmäßig den Berliner Kreis.
Die ehrenamtliche Arbeit mit Behinderten führte dazu, dass ich 1982 eine Ausbildung zum Altenpfleger mit staatlicher Anerkennung begann. Diese Tätigkeit übte ich bis 1993 im wesentlichen in der Sozialstation des Förderervereins Heerstraße Nord e.V. aus. Ich war in der häuslichen Krankenpflege, in der psychosozialen Betreuung mit Sterbebegleitung und in der Leitung von Seniorengruppen tätig. Ab 1987 konnte ich dieser Tätigkeit jedoch nur noch als Honorarkraft nachgehen, weil mein innerer Beruf ab dieser Zeit zunehmend auch mein äußerer wurde.
Denn 1987 entschloss ich mich, Pfarrer für eine »neue Kirche« zu werden. In den Schriften Emanuel Swedenborgs findet man sehr oft den Begriff »nova ecclesia« (= neue Kirche). Der schwedische Visionär verstand darunter eine neue religionsgeschichtliche Epoche nach dem Untergang der bisherigen Theologien und ihrer Kirchentümer. Unter Berufung auf Swedenborg gründeten seine Anhänger jedoch noch im 18. Jahrhundert wieder eine Kirche im herkömmlichen Sinne. So gibt es seitdem die Vision neue Kirche und die Körperschaften der Neuen Kirche. In diesem Kontext wollte ich meinen Dienst (ministerium ecclesiasticum) verrichten.
Im Wintersemester 1987/88 begann ich an der Kirchlichen Hochschule Berlin das Studium der evangelischen Theologie als Gasthörer. Neukirchliche Theologie kann man in Deutschland leider nirgendwo studieren. 1991 erwarb ich, nachdem ich mich »der Prüfung für besonders befähigte Berufstätige« (sog. »Begabtenprüfung«) gestellt hatte, die Allgemeine Hochschulreife und nahm im Wintersemester 1991/92 offiziell das Theologiestudium auf. 1992 heiratete ich Anke Lembeck. 1993 siedelten wir nach Zürich um. Dort ist das Zentrum der deutschsprachigen Neuen Kirche. 1994 ordinierte mich Dr. Friedemann Horn (1921-1999) als ordaining pastor der Swedenborgian Church (swedenborg.org) zum Geistlichen dieser Kirche. Seit 1999 bin ich außerdem Schriftleiter des Swedenborg Verlags. Mein Studium der evangelischen Theologie schloss ich im Wintersemester 2004/05 an der Universität Zürich ab (siehe Zeugnis der Abschlussprüfung (.pdf)).
Ich möchte an meinem besonderen Ort einen Beitrag für die christliche Kirche in ihrer Gesamtheit leisten. Die Kirche Christi ist vielfachen Angriffen ausgesetzt. Möge sie, wie einst der Leib Christi, aus der Totenstarre auferstehen und zu einer neuen Hoffnung für viele werden.